Website KI-Check: SEO vs. KI-Optimierung
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Kann meine Webseite auch für KI-generierte Suchergebnisse wie Google AI Overviews sichtbar werden, oder reicht klassisches SEO dafür bereits aus? Diese Frage bekommt Sebastian nach eigener Aussage inzwischen sehr häufig von Kundinnen und Kunden gestellt. Im sechsundzwanzigsten Interview des NSG-Kanals bespricht er sie gemeinsam mit André, der bei NSG für Online-Marketing und insbesondere Performance-Marketing auf verschiedenen Plattformen zuständig ist.
Das Gespräch liefert einen technisch fundierten Einblick in die konkreten Unterschiede zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und der Optimierung für KI-Suchergebnisse. Der folgende Beitrag ordnet die im Interview genannten Fakten und Empfehlungen ein und leitet daraus eine praktische Checkliste für die eigene Website ab.
Schaut euch das ganze Interview im Video an
Inhaltsverzeichnis
- Wie groß ist das Ausmaß bereits? Ein Blick auf die Zahlen
- Der grundlegende Unterschied zwischen SEO und KI-Optimierung
- Warum klassische SEO-Vertrauenssignale weiterhin zählen
- Der Wandel der Suchanfragen: Von Keywords zu echten Fragen
- Praxisbeispiel: Wie Frage-Content ohne Produktbezug funktioniert
- Wie sich Frage-Content strukturell von klassischem SEO-Content unterscheidet
- Warum Tools wie Sistrix neue Einblicke liefern
- Warum aktuell beide Strategien parallel verfolgt werden sollten
- Die Rolle von Video-Content in KI-Antworten
- Wie man die eigene Suchanfragen-Entwicklung beobachten kann
- Ein Ausblick: Was als Nächstes kommen könnte
- Praxistipps zur Vorbereitung der eigenen Website
- Fazit
Wie groß ist das Ausmaß bereits? Ein Blick auf die Zahlen
André nennt zu Beginn eine konkrete Zahl: Aktuell werden bereits rund 25 Prozent aller Suchanfragen bei Google mit einer sogenannten AI Overview beantwortet, also mit einem KI-generierten Fließtext oberhalb der klassischen Suchergebnisse. Besonders betroffen seien dabei Suchanfragen, die als echte Frage formuliert werden, sei es direkt bei Google oder in Sprachmodi von Tools wie ChatGPT, Gemini oder Grok.
Diese Größenordnung verdeutlicht, dass es sich bei der KI-Suche nicht mehr um ein Randphänomen handelt, sondern um einen bereits heute spürbaren Anteil des gesamten Suchvolumens. Für Unternehmen bedeutet das, dass ein relevanter Teil potenzieller Kundschaft ihre Informationen möglicherweise gar nicht mehr über eine klassische Liste von Suchergebnissen erhält, sondern über eine zusammenfassende KI-Antwort, in der die eigene Website entweder vorkommt oder eben nicht.
Der grundlegende Unterschied zwischen SEO und KI-Optimierung
André beschreibt den zentralen konzeptionellen Unterschied klar: Klassische SEO optimiert in der Regel auf bestimmte Keywords hin, während bei der KI-Optimierung, teils auch als GEO bezeichnet, die tatsächlichen Fragen der Kundschaft möglichst optimal beantwortet werden sollen, um damit gewissermaßen die inhaltliche Vorlage für die KI-Antwort zu liefern.
Dieser Unterschied ist konzeptionell bedeutsam, weil er eine Verschiebung der grundlegenden Denkweise bei der Content-Erstellung markiert. Während klassisches SEO häufig von der Frage ausgeht, welche Suchbegriffe eine Zielgruppe verwendet, geht KI-Optimierung von der Frage aus, welches konkrete Informationsbedürfnis hinter einer Suchanfrage steht, und versucht, dieses Bedürfnis möglichst vollständig und direkt zu beantworten.
Warum klassische SEO-Vertrauenssignale weiterhin zählen
Trotz dieser konzeptionellen Verschiebung betont André, dass viele der etablierten SEO-Grundsätze weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählt er insbesondere die Frage, wie vertrauenswürdig eine Website von Google eingestuft wird, welche Links von der eigenen Seite ausgehen und wohin sie führen, sowie aus welcher digitalen Nachbarschaft eingehende Links stammen. Auch das Vorhandensein von Spam-Inhalten werde weiterhin negativ bewertet.
Diese Einschätzung ist technisch gut nachvollziehbar: KI-Systeme, die Inhalte für ihre generierten Antworten heranziehen, müssen ebenfalls eine gewisse Verlässlichkeit der zugrunde liegenden Quellen sicherstellen, um selbst vertrauenswürdige Antworten liefern zu können. Es wäre wenig plausibel, wenn ein KI-System systematisch auf Websites zurückgreifen würde, die aus klassischer SEO-Sicht als wenig vertrauenswürdig oder potenziell spamverdächtig eingestuft werden. Die bereits etablierten Vertrauenssignale der klassischen Suchmaschinenoptimierung bilden damit weiterhin eine wichtige Grundlage, auch wenn sie allein nicht mehr ausreichen.
| Kurz erklärt: Was weiterhin zählt • Vertrauenswürdigkeit der Website aus Sicht von Google • Qualität ausgehender und eingehender Links • Freiheit von Spam-Inhalten im gesamten Website-Umfeld |
Der Wandel der Suchanfragen: Von Keywords zu echten Fragen
Ein zentraler Punkt im Interview betrifft die Veränderung des Suchverhaltens selbst. André beschreibt, dass Nutzerinnen und Nutzer früher eher einfache, produktbezogene Suchbegriffe eingegeben haben, etwa Hundefutter kaufen, während heute zunehmend vollständige Fragen gestellt werden, etwa welches das beste Hundefutter für eine bestimmte Hunderasse ist. Diese Fragen werden mittlerweile häufig direkt von der KI beantwortet.
Diese Verschiebung im Suchverhalten ist eine direkte Folge der technologischen Entwicklung: Da Suchmaschinen und KI-Assistenten zunehmend in der Lage sind, komplexe, natürlich formulierte Fragen zu verstehen und zu beantworten, verlieren Nutzerinnen und Nutzer den Anreiz, ihre Anliegen künstlich auf einzelne Schlagworte zu reduzieren. Für Unternehmen bedeutet das, dass Content zunehmend an tatsächlichen, vollständig formulierten Fragen ausgerichtet werden sollte, statt sich primär an isolierten Keywords zu orientieren.
Praxisbeispiel: Wie Frage-Content ohne Produktbezug funktioniert
Besonders anschaulich wird dieser Punkt an einem konkreten Beispiel, das André nennt: Die Suchanfrage, ob Hühnerfüße gefährlich für Hunde sind, enthält das Wort Hundefutter überhaupt nicht, kann aber dennoch auf eine Seite verlinken, die genau diese Frage beantwortet und Empfehlungen dazu gibt, was für den Hund gut oder weniger gut ist. Wer nur in produktbezogenen Keywords denkt, würde einen solchen Inhalt möglicherweise gar nicht erstellen, obwohl er für die eigene Zielgruppe hochrelevant sein kann.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die reine Keyword-Denke an ihre Grenzen stößt, sobald Suchanfragen thematisch verwandt, aber sprachlich weit von den eigenen Produktbegriffen entfernt formuliert werden. Unternehmen, die ausschließlich auf ihre eigenen Produktnamen und deren direkte Synonyme optimieren, verpassen dadurch potenziell eine große Zahl an thematisch relevanten, aber anders formulierten Fragen ihrer Zielgruppe.
Wie sich Frage-Content strukturell von klassischem SEO-Content unterscheidet
Über das konkrete Beispiel hinaus lohnt sich ein genauerer Blick darauf, wie sich frage-orientierter Content strukturell von klassischem, keyword-orientiertem Content unterscheidet. Klassischer SEO-Content orientiert sich häufig an einer thematischen Hierarchie: eine Hauptseite zu einem Produkt oder einer Dienstleistung, ergänzt durch Unterseiten zu verwandten Begriffen, die alle auf ein zentrales Hauptkeyword einzahlen. Frage-orientierter Content folgt hingegen eher einer Logik einzelner, in sich abgeschlossener Antworten, die jeweils eine konkrete Nutzerfrage möglichst vollständig beantworten, unabhängig davon, ob diese Frage in eine übergeordnete Keyword-Hierarchie passt.
Diese strukturelle Verschiebung hat praktische Konsequenzen für die Content-Planung: Statt ausgehend von einem Hauptkeyword systematisch verwandte Unterthemen zu entwickeln, empfiehlt es sich zunehmend, ausgehend von einer Sammlung tatsächlich gestellter Fragen der eigenen Zielgruppe einzelne, thematisch fokussierte Inhalte zu erstellen, die jeweils eine Frage exemplarisch und umfassend beantworten. Beide Ansätze schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern lassen sich sinnvoll kombinieren, indem frage-orientierte Inhalte in eine bestehende, thematisch strukturierte Website eingebettet werden.
Warum Tools wie Sistrix neue Einblicke liefern
André verweist zudem auf Analysetools wie Sistrix, mit denen sich beobachten lässt, welche Websites von KI-Systemen als Quelle für ihre Antworten herangezogen werden. Interessant sei dabei, dass es sich teilweise um Seiten handelt, die im klassischen SEO-Ranking bislang kaum eine Rolle gespielt haben.
Diese Beobachtung ist strategisch bedeutsam, da sie zeigt, dass KI-Systeme offenbar nicht ausschließlich dieselben Bewertungskriterien wie klassische Suchmaschinen-Rankings anwenden. Eine Website, die im klassischen organischen Ranking eher unauffällig platziert ist, kann dennoch als Quelle für KI-generierte Antworten herangezogen werden, wenn sie eine bestimmte Frage besonders klar und direkt beantwortet. Für Unternehmen eröffnet das die Chance, auch ohne Spitzenplatzierung im klassischen Suchmaschinenranking über KI-Antworten Sichtbarkeit zu erlangen.
Warum aktuell beide Strategien parallel verfolgt werden sollten
Auf die direkte Frage, ob Unternehmen aktuell eher auf klassisches SEO oder auf KI-Optimierung setzen sollten, antwortet André pragmatisch: Er würde beides gleichzeitig verfolgen. Diese Herangehensweise sei auf der sicheren Seite, bis sich in den kommenden sechs bis zwölf Monaten klarer herauskristallisiert, welcher Ansatz tatsächlich stärker performt, um dann entsprechend Prioritäten setzen zu können.
Diese Empfehlung entspricht einer sinnvollen Risikostreuung in einer Phase erheblicher Unsicherheit. Da sich sowohl die technischen Bewertungskriterien von KI-Systemen als auch das Suchverhalten der Nutzerinnen und Nutzer noch in einer dynamischen Entwicklungsphase befinden, wäre eine vorschnelle, einseitige Festlegung auf nur eine der beiden Strategien riskant. Eine parallele Investition in beide Bereiche minimiert das Risiko, durch eine falsche Priorisierung wichtige Sichtbarkeitschancen komplett zu verpassen.
Die Rolle von Video-Content in KI-Antworten
Ein weiterer wichtiger Hinweis betrifft die Rolle von Videoinhalten. André beschreibt, dass manche KI-Antworten mittlerweile nicht mehr ausschließlich aus Text bestehen, sondern auch Videos vorschlagen. Für erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen empfiehlt er deshalb ausdrücklich, Content im Videoformat zu produzieren, da auch dieser von Suchmaschinen erkannt und in KI-Antworten dargestellt werden kann.
Diese Entwicklung fügt sich in einen bereits an anderer Stelle beschriebenen, größeren Trend zur wachsenden Bedeutung von Videoinhalten im Online-Marketing ein. Für die KI-Suche bedeutet das konkret, dass Unternehmen, die ausschließlich auf textbasierten Content setzen, potenziell einen wachsenden Teil der KI-generierten Antwortformate nicht bedienen können, selbst wenn ihre textlichen Inhalte inhaltlich hochwertig sind.
Wie man die eigene Suchanfragen-Entwicklung beobachten kann
Sowohl Sebastian als auch André betonen die Bedeutung der Google Search Console als praktisches Werkzeug, um zu beobachten, wie sich das Suchverhalten der eigenen Zielgruppe verändert, welche Fragen tatsächlich gestellt werden und wie sich die eigene Website entsprechend anpassen lässt. André weist allerdings darauf hin, dass eine vergleichbare Einsicht in tatsächlich an KI-Systeme gestellte Fragen aktuell noch nicht verfügbar ist, eine Funktion, die seiner Einschätzung nach aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft folgen wird.
Ergänzend schlägt André vor, das eigene Nutzungsverhalten von KI-Tools selbst zu reflektieren: Welche Formulierungen verwendet man selbst im Austausch mit einer KI, welche Antworten erhält man darauf, und welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf das mögliche Suchverhalten der eigenen Zielgruppe ziehen? Diese Selbstbeobachtung kann als praktischer Ausgangspunkt dienen, um passende Inhalte zu entwickeln, auch ohne vollständige Datentransparenz seitens der KI-Anbieter.
Ein Ausblick: Was als Nächstes kommen könnte
Zum Abschluss blicken beide Gesprächspartner voraus: Sebastian erwartet, dass Werbeanzeigen mittelfristig auch innerhalb von KI-generierten Ergebnissen relevant werden könnten, was wiederum für den Bereich Google Ads neue Möglichkeiten eröffnen würde. André ergänzt, dass auf technischer Seite mittelfristig auch offizielle Best Practices und strukturierte Daten eine größere Rolle spielen dürften, sofern diese von den großen Plattformen entsprechend kommuniziert werden.
Bis dahin empfiehlt André, sich an einem grundsätzlich guten SEO-Konzept zu orientieren und vor allem auf eine hochwertige, klar strukturierte Website mit gutem Content zu setzen. Diese Empfehlung unterstreicht, dass trotz aller technischen Neuerungen die grundlegenden Qualitätsmerkmale einer Website, nämlich echter Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer, weiterhin die verlässlichste Grundlage für langfristige Sichtbarkeit darstellen, unabhängig davon, über welchen konkreten Suchkanal diese Sichtbarkeit letztlich erzielt wird.
Praxistipps zur Vorbereitung der eigenen Website
| Praxistipps auf einen Blick • Inhalte konsequent an vollständig formulierten Nutzerfragen ausrichten • Klassische SEO-Vertrauenssignale wie Backlink-Qualität weiterhin pflegen • Google Search Console regelmäßig nutzen, um Suchverhalten zu beobachten • Für erklärungsbedürftige Angebote gezielt Videoinhalte produzieren • Parallel in SEO und KI-Optimierung investieren, bis sich ein Trend abzeichnet |
Fazit
Das Gespräch zwischen Sebastian und André zeigt, dass sich Websites schon heute spürbar auf eine veränderte Suchlandschaft einstellen sollten, in der ein wachsender Anteil an Suchanfragen direkt durch KI-generierte Antworten beantwortet wird. Während viele etablierte SEO-Grundsätze wie Vertrauenswürdigkeit und saubere Backlink-Strukturen weiterhin gültig bleiben, erfordert die KI-Optimierung zusätzlich eine stärkere Ausrichtung an vollständig formulierten Nutzerfragen sowie eine größere Offenheit gegenüber neuen Content-Formaten wie Video. Da sich die genauen Bewertungskriterien von KI-Systemen noch in der Entwicklung befinden, ist die pragmatische Empfehlung, aktuell in beide Optimierungsrichtungen gleichzeitig zu investieren, für die meisten Unternehmen der sinnvollste Weg, um für die kommenden Veränderungen der Suchlandschaft gut aufgestellt zu sein. Wer schon jetzt beginnt, seine Website konsequent an echten Nutzerfragen auszurichten, verschafft sich einen Vorsprung, unabhängig davon, wie sich die genauen Spielregeln der KI-Suche in den kommenden Monaten weiterentwickeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Suchanfragen werden aktuell schon mit KI-Antworten beantwortet?
Nach aktuellem Stand werden bereits rund 25 Prozent aller Suchanfragen bei Google mit einer AI Overview beantwortet, besonders bei fragebasierten Suchanfragen.
Worin unterscheidet sich KI-Optimierung von klassischem SEO?
Klassisches SEO optimiert primär auf Keywords, während KI-Optimierung darauf abzielt, konkrete Nutzerfragen möglichst vollständig zu beantworten.
Sind klassische SEO-Maßnahmen für die KI-Sichtbarkeit überflüssig?
Nein. Vertrauenswürdigkeit, saubere Backlinks und die Vermeidung von Spam-Inhalten bleiben auch für die KI-Optimierung relevant.
Sollte man aktuell eher in SEO oder in KI-Optimierung investieren?
Aktuell empfiehlt sich, beide Ansätze parallel zu verfolgen, da sich noch nicht klar abzeichnet, welcher Ansatz langfristig stärker performt.
Warum wird Videocontent für die KI-Suche wichtiger?
Weil manche KI-Antworten mittlerweile auch Videos vorschlagen, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen.

