Onboarding bei NSG: Mensch vor Erfahrung
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Wie läuft eine Bewerbung bei einer Online-Marketing-Agentur eigentlich konkret ab, und worauf kommt es bei der Auswahl neuer Mitarbeitender wirklich an? Im vierundzwanzigsten Interview des NSG-Kanals spricht Zac mit Geschäftsführerin Denise über genau diese Fragen.
Denise, die seit knapp 15 Jahren im Unternehmen tätig ist und zahlreiche Bewerbungsprozesse begleitet hat, gibt einen ungewöhnlich offenen Einblick in die Kriterien, nach denen bei NSG neue Kolleginnen und Kollegen ausgewählt werden, sowie in den konkreten Ablauf des Bewerbungsprozesses. Der folgende Beitrag ordnet die im Interview beschriebene Recruiting-Philosophie fachlich ein und beleuchtet, warum der Mensch bei der Personalauswahl bewusst vor die reine Vorerfahrung gestellt wird.
Schaut euch das ganze Interview im Video an
Inhaltsverzeichnis
- Warum der Mensch vor der Erfahrung steht
- Diese Eigenschaften zählen bei NSG wirklich
- Warum kultureller Fit mehr ist als reine Sympathie
- Warum Vorerfahrung zweitrangig ist
- Wie neue Mitarbeitende von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen profitieren
- Der Bewerbungsprozess Schritt für Schritt
- Schritt 1: Die Bewerbung und der erste Screening-Call
- Schritt 2: Das lockere Kennenlernen mit dem Team
- Schritt 3: Das Gespräch mit der Geschäftsführung
- Schritt 4: Das Probearbeiten
- Warum Probearbeiten für beide Seiten wichtig ist
- Wie sich das Recruiting durch New Work verändert hat
- Was Bewerbende aus diesem Prozess lernen können
- Praxistipps für Bewerbende bei Online-Marketing-Agenturen
- Fazit
Warum der Mensch vor der Erfahrung steht
Denise macht von Beginn an deutlich, dass für sie bei der Einstellung neuer Mitarbeitender zunächst die Persönlichkeit im Vordergrund steht, nicht die mitgebrachte Vorerfahrung. Sie beschreibt, dass ihr von Anfang an wichtig war, welcher Mensch sich hinter einer Bewerbung verbirgt, welche Eigenschaften er mitbringt und welchen Spirit er zeigt. Fachliche Vorerfahrung sei zwar relevant, aber deutlich zweitrangig gegenüber diesen persönlichen Faktoren.
Diese Priorisierung lässt sich aus Sicht der Personalpsychologie gut begründen. Fachliches Wissen lässt sich vergleichsweise gut vermitteln, sofern eine Person grundsätzlich lernbereit und aufnahmefähig ist. Grundlegende Persönlichkeitseigenschaften wie Ehrlichkeit, intrinsische Motivation oder Kommunikationsfähigkeit sind hingegen deutlich schwerer zu verändern und wirken sich langfristig stärker auf die Zusammenarbeit im Team aus als punktuelles Fachwissen, das ohnehin einem ständigen Wandel unterliegt.
Diese Eigenschaften zählen bei NSG wirklich
Konkret nennt Denise mehrere Eigenschaften, auf die sie bei Bewerberinnen und Bewerbern besonders achtet: Ehrlichkeit, intrinsische Motivation, ein guter Charakter und die Fähigkeit, sich gut in das bestehende Teamgefüge einzufinden. Ergänzend achtet sie darauf, ob jemand Humor mitbringt, gut kommunizieren kann, insbesondere auch am Telefon, und eine gewisse Sicherheit ausstrahlt.
Diese Kriterien sind für eine Agentur im Bereich Online-Marketing besonders naheliegend, da die tägliche Arbeit stark von Kommunikation geprägt ist, sowohl im internen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen als auch im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden. Kommunikative Sicherheit und Charakterstärke sind in einem solchen Umfeld keine netten Zusatzqualifikationen, sondern funktional wichtige Eigenschaften, die direkten Einfluss auf die Qualität der Kundenbetreuung haben.
| Kurz erklärt: Auswahlkriterien bei NSG • Ehrlichkeit, intrinsische Motivation und guter Charakter stehen im Vordergrund • Kommunikationsfähigkeit, auch am Telefon, wird gezielt geprüft • Fachwissen und Erfahrung werden im Team vermittelt und angeeignet |
Warum kultureller Fit mehr ist als reine Sympathie
Wenn Denise davon spricht, dass sich jemand gut in das bestehende Teamgefüge einfinden sollte, beschreibt sie im Kern das, was in der Personalauswahl häufig als kultureller Fit bezeichnet wird. Dieser Begriff wird in der Praxis manchmal missverstanden als reine Sympathiefrage oder als Tendenz, ausschließlich Personen einzustellen, die dem bestehenden Team möglichst ähnlich sind. Richtig verstanden bedeutet kultureller Fit jedoch etwas anderes: Es geht darum, ob die grundlegenden Werte und Arbeitsweisen einer Person mit denen des Unternehmens vereinbar sind, nicht darum, oberflächliche Ähnlichkeit zu maximieren.
Ein Team, das ausschließlich aus sehr ähnlichen Persönlichkeiten besteht, verliert schnell an Perspektivenvielfalt und kann blinde Flecken in der eigenen Arbeitsweise leichter übersehen. Ein guter kultureller Fit bedeutet deshalb nicht Uniformität, sondern eine gemeinsame Basis an Werten wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsbereitschaft, innerhalb derer durchaus unterschiedliche Persönlichkeiten, Hintergründe und Denkweisen Platz finden können. Diese Unterscheidung ist wichtig, um Denises Betonung von Charakter und Teamfähigkeit nicht als Plädoyer für Gleichförmigkeit misszuverstehen.
Warum Vorerfahrung zweitrangig ist
Ein besonders bemerkenswerter Punkt, den Denise anspricht, betrifft die Situation vieler Bewerbender am Arbeitsmarkt: Sie beschreibt, dass Menschen mit Lust auf das Thema Online-Marketing, aber ohne umfangreiche Vorerfahrung, häufig Schwierigkeiten haben, überhaupt eine Chance zu bekommen, da viele Unternehmen bevorzugt nach bereits erfahrenen Fachkräften suchen. Bei NSG sei es hingegen schon immer wichtig gewesen, den Menschen einzustellen, der am besten zum Unternehmen passt, unabhängig vom Umfang der bisherigen Erfahrung.
Diese Haltung adressiert ein strukturelles Problem, das in vielen Branchen mit hohem Fachkräftebedarf zu beobachten ist: Wenn nahezu alle Unternehmen bevorzugt bereits erfahrene Personen einstellen möchten, entsteht für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger eine paradoxe Situation, in der Erfahrung vorausgesetzt wird, die eigentlich erst durch eine erste Anstellung gesammelt werden könnte. Ein Unternehmen, das bewusst auch motivierten Personen ohne umfangreiche Vorerfahrung eine Chance gibt, kann dadurch nicht nur einen größeren Bewerberpool ansprechen, sondern sich auch gezielt Mitarbeitende heranbilden, die von Beginn an im eigenen Arbeitsstil geschult werden.
Wie neue Mitarbeitende von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen profitieren
Denise verweist darauf, dass NSG über zahlreiche Mitarbeitende verfügt, die bereits seit über zehn Jahren im Unternehmen tätig sind und über entsprechend umfangreiche Erfahrung verfügen, unabhängig davon, um welche Branche oder welchen Kanal es sich handelt. Neue Mitarbeitende können sich an dieser vorhandenen Erfahrung orientieren und davon profitieren, während fachliches Wissen ohnehin einem so schnellen Wandel unterliegt, dass selbst erfahrene Mitarbeitende täglich Neues dazulernen.
Diese Beobachtung deckt sich mit dem bereits an anderer Stelle beschriebenen Prinzip organisationalen Wissensmanagements: Ein Team mit gemischter Erfahrungstiefe ermöglicht es, dass Wissen kontinuierlich innerhalb des Teams weitergegeben wird, statt ausschließlich von außen eingekauft werden zu müssen. Gerade in einem sich schnell wandelnden Fachgebiet wie dem Online-Marketing ist die Fähigkeit, sich schnell neues Wissen anzueignen, häufig wertvoller als einmalig erworbenes, möglicherweise bereits veraltetes Fachwissen.
Der Bewerbungsprozess Schritt für Schritt
Neben der grundsätzlichen Recruiting-Philosophie beschreibt Denise auch den konkreten Ablauf eines Bewerbungsprozesses bei NSG, der sich in mehrere aufeinanderfolgende Schritte gliedert.
Schritt 1: Die Bewerbung und der erste Screening-Call
Nach Eingang einer Bewerbung wird diese zunächst anhand bestimmter Kriterien gesichtet. Passen die grundlegenden Voraussetzungen, folgt ein kurzer erster Telefonanruf, in dem offene Rückfragen zu den Bewerbungsunterlagen geklärt werden. Gleichzeitig verschafft sich das Team bereits in diesem frühen Stadium ein erstes Gefühl für die Kommunikationsfähigkeit der bewerbenden Person am Telefon.
Dieser frühe Fokus auf telefonische Kommunikationsfähigkeit ist konsequent, wenn man bedenkt, wie wichtig genau diese Fähigkeit im späteren Arbeitsalltag einer Online-Marketing-Agentur ist, insbesondere im direkten Kundenkontakt.
Schritt 2: Das lockere Kennenlernen mit dem Team
Im Anschluss folgt ein erstes, lockeres Kennenlerngespräch, das laut Denise in der Regel von den jeweiligen Teamleiterinnen und Teamleitern ohne ihre eigene Beteiligung geführt wird. In diesem Gespräch geht es darum, sich gegenseitig vorzustellen, die Vorstellungen zur ausgeschriebenen Position abzugleichen und offene Fragen auf beiden Seiten zu klären.
Dass Denise bei diesem Schritt bewusst nicht anwesend ist, ermöglicht ein entspannteres Gespräch auf Augenhöhe zwischen Bewerberin oder Bewerber und dem zukünftigen direkten Team, ohne den möglicherweise hemmenden Effekt der Anwesenheit der Geschäftsführung.
Schritt 3: Das Gespräch mit der Geschäftsführung
Verläuft dieses erste Gespräch für beide Seiten positiv, folgt ein weiteres Gespräch, in dem Denise selbst die bewerbende Person kennenlernt. Sie betont dabei ausdrücklich, dass dieser Schritt auch der bewerbenden Person die Möglichkeit gibt, sie selbst kennenzulernen, da es für viele Bewerbende ebenfalls wichtig ist zu erfahren, für wen sie zukünftig arbeiten würden.
Diese wechselseitige Perspektive ist bemerkenswert, da sie den Bewerbungsprozess nicht als reine Einbahnstraße der Beurteilung durch das Unternehmen versteht, sondern als gegenseitiges Kennenlernen, bei dem auch die bewerbende Person eine informierte Entscheidung treffen können soll.
Schritt 4: Das Probearbeiten
Nach diesem Gespräch bietet NSG ein Probearbeiten an. Dieses dient laut Denise dazu, ein realistisches Bild von mehreren Aspekten zu gewinnen: wie die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen sind, wie die Arbeitsabläufe funktionieren, wie die tägliche Tool-Landschaft aussieht, wie schnell die Auffassungsgabe der bewerbenden Person ist und wie sie sich über mehrere Stunden am Stück im Arbeitsalltag verhält. Auch die Fähigkeit, sicher am Computer zu arbeiten und am Telefon mit fremden Personen zu kommunizieren, wird dabei überprüft.
Nach dem Probearbeiten erfolgt laut Denise eine ehrliche, beidseitige Einschätzung, ob die Zusammenarbeit tatsächlich passt. Bemerkenswert ist dabei, dass auch Denise selbst am Probearbeiten beteiligt ist, wie im Gespräch von Zac ergänzt wird, sodass Bewerberinnen und Bewerber die tatsächliche Tätigkeit und Arbeitsweise des Unternehmens unmittelbar miterleben können.
Warum Probearbeiten für beide Seiten wichtig ist
Dieses Element des Bewerbungsprozesses ist aus mehreren Gründen wertvoll. Klassische Bewerbungsgespräche liefern zwar Informationen über Selbstdarstellung, Kommunikationsfähigkeit und fachliche Qualifikation, geben jedoch nur begrenzt Aufschluss darüber, wie sich eine Person tatsächlich im Arbeitsalltag verhält. Ein Probearbeiten ermöglicht demgegenüber eine deutlich realistischere gegenseitige Einschätzung, da sowohl das Unternehmen die tatsächliche Arbeitsweise der bewerbenden Person erlebt, als auch die bewerbende Person einen authentischen Einblick in den eigenen zukünftigen Arbeitsalltag erhält, statt sich allein auf die Außendarstellung im Bewerbungsgespräch verlassen zu müssen.
Zac betont in diesem Zusammenhang zurecht, dass dieser Prozess wertvolle Lebenszeit betrifft, die eine Zusammenarbeit erst rechtfertigen sollte, wenn sie tatsächlich Freude bereitet. Ein detaillierter, ehrlicher Einblick in den Arbeitsalltag noch vor einer endgültigen Entscheidung reduziert das Risiko für beide Seiten, sich für eine Zusammenarbeit zu entscheiden, die den jeweiligen Erwartungen letztlich nicht entspricht.
Wie sich das Recruiting durch New Work verändert hat
Denise beschreibt abschließend eine wichtige strukturelle Veränderung: Durch die veränderte Arbeitswelt, insbesondere durch die zunehmende Verbreitung von Remote-Arbeit, kann NSG mittlerweile Mitarbeitende aus ganz Deutschland gewinnen, statt auf den lokalen Arbeitsmarkt in Berlin beschränkt zu sein. Sie lädt ausdrücklich zu Initiativbewerbungen ein, auch von Personen, die sich zunächst gut ausbilden lassen möchten.
Diese Entwicklung spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Wandel wider, der die geografische Beschränkung klassischer Arbeitsplätze zunehmend auflöst. Für Unternehmen bedeutet das einen deutlich größeren potenziellen Bewerberpool, für Bewerbende gleichzeitig eine größere Auswahl an potenziellen Arbeitgebern unabhängig vom eigenen Wohnort, was den Wettbewerb um besonders passende Mitarbeitende auf beiden Seiten zusätzlich verschärft.
Was Bewerbende aus diesem Prozess lernen können
Für Personen, die sich bei einer Online-Marketing-Agentur bewerben möchten, liefert der beschriebene Prozess mehrere übertragbare Erkenntnisse: Persönliche Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Kommunikationsfähigkeit und intrinsische Motivation können bei vielen Arbeitgebern schwerer wiegen als fehlende Vorerfahrung. Ein mehrstufiger Bewerbungsprozess mit Probearbeiten ermöglicht eine realistischere gegenseitige Einschätzung als ein einzelnes Gespräch. Und schließlich lohnt es sich, den Bewerbungsprozess aktiv auch als eigene Prüfung zu nutzen, ob das Unternehmen selbst zu den eigenen Erwartungen passt.
Praxistipps für Bewerbende bei Online-Marketing-Agenturen
| Praxistipps auf einen Blick • Im Gespräch aktiv persönliche Eigenschaften und Motivation zeigen, nicht nur Qualifikationen aufzählen • Fehlende Vorerfahrung nicht als Ausschlusskriterium verstehen, sondern Lernbereitschaft vermitteln • Ein angebotenes Probearbeiten aktiv nutzen, um den Arbeitsalltag realistisch einzuschätzen • Im Gespräch eigene Fragen stellen, um die Unternehmenskultur besser kennenzulernen • Bei Interesse auch ohne passende Stellenausschreibung eine Initiativbewerbung senden |
Fazit
Das Gespräch zwischen Zac und Denise zeigt, dass ein durchdachter Bewerbungsprozess weit mehr leisten kann als die reine Überprüfung fachlicher Qualifikationen. Indem NSG bewusst die Persönlichkeit vor die Vorerfahrung stellt und den Bewerbungsprozess über mehrere Stufen, einschließlich eines echten Probearbeitens, gestaltet, entsteht eine deutlich fundiertere, gegenseitige Entscheidungsgrundlage für beide Seiten. Gerade in einem sich schnell wandelnden Fachgebiet wie dem Online-Marketing, in dem sich fachliches Wissen ohnehin kontinuierlich weiterentwickelt, erweist sich diese Priorisierung von Charakter und Motivation als nachvollziehbare und langfristig tragfähige Strategie für den Aufbau eines funktionierenden Teams. Für Bewerbende bedeutet das vor allem eines: Wer echtes Interesse, Ehrlichkeit und Kommunikationsstärke mitbringt, hat bei einem solchen Prozess reelle Chancen, auch ohne makellosen Lebenslauf.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Vorerfahrung bei einer Bewerbung bei NSG zwingend erforderlich?
Nein. Persönlichkeit, Motivation und Charakter stehen bei der Auswahl im Vordergrund, fachliches Wissen wird im Team vermittelt.
Wie läuft der Bewerbungsprozess bei NSG konkret ab?
Nach einem ersten Screening-Call folgt ein lockeres Kennenlernen mit dem Team, anschließend ein Gespräch mit der Geschäftsführung und abschließend ein Probearbeiten.
Was wird beim Probearbeiten überprüft?
Unter anderem die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, die Auffassungsgabe, der Umgang mit den verwendeten Tools sowie die Kommunikationsfähigkeit am Telefon.
Kann man sich auch ohne passende Stellenausschreibung bei NSG bewerben?
Ja. NSG lädt ausdrücklich zu Initiativbewerbungen ein, insbesondere von Personen mit Interesse am Thema Online-Marketing.
Muss man in Berlin wohnen, um bei NSG arbeiten zu können?
Nein. Durch die veränderte Arbeitswelt können mittlerweile auch Mitarbeitende aus ganz Deutschland gewonnen werden.

